In ihrer Klausurtagung in Herford hat die OWL SPD ihre inhaltlichen Schwerpunkte für die kommenden zwei Jahre formuliert. Neben dem Vorstand waren auch Abgeordnete und Mandatsträger*innen aller Ebenen beteiligt. Auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion NRW und SPD-Spitzenkandidat Jochen Ott beteiligte sich aktiv an dem Austausch. Ein Fokus lag in dem Austausch auf einer guten Bildungspolitik.
„Für uns steht im Vordergrund, dass die Familien in OWL endlich wieder einen verlässlichen Alltag bekommen. Dass die KiTa qualitativ und verlässlich funktioniert, ebenso, wie die Schule, die Infrastruktur in der Kommune und vieles mehr“, so Veith Lemmen, Vorsitzender der OWL SPD, der ergänzt: „Wir sind froh und dankbar, dass Jochen Ott genau diese wichtigen Themen am Herzen liegen und er viel davon versteht. Im Gegensatz zur aktuellen Landesregierung, muss Ostwestfalen-Lippe zudem endlich wieder im Zentrum des Landesinteresses stehen.“
Unter CDU und Grünen sei Nordrhein-Westfalen in allen Bildungsstudien zurückgefallen, 8.800 Lehrstellen seien unbesetzt, Kitas wegen Personalmangel immer öfter geschlossen.
Für besondere Kritik sorgte der Vorschlag der Landesregierung, Sprachförderung in so genannten ABC-Klassen zu organisieren. Kinder mit Förderbedarf würden dann zwei Mal die Woche mit Bussen und Taxen von der Kita zu zweistündigen Sprachkursen in die nächste Grundschule gefahren: „Das ist überhaupt nicht praktikabel und auch nicht kinderfreundlich“, sagt Lemmen, der als Bürgermeister in die Bildungslandschaft direkte Einblicke hat. Die Kosten schätzt er als immens ein. Die Landesregierung selbst rechne mit 110 Millionen Euro an Fahrtkosten. Hinzu kämen Kosten für Räume und Material.
„Wir wollen Kinder fördern, nicht Fahrdienste. Deshalb ist das Geld dafür besser in den Kitas aufgehoben“, sagt auch Dennis Maelzer, der als Landtagsabgeordneter eben diese wichtigen Bereiche in der SPD-Fraktion verantwortet. Es sei besser Kinder in ihrer vertrauten Umgebung zu fördern. Die SPD schlägt dafür ein „Chancenjahr“ in der Kita vor. Kurz vor der Einschulung besuchten ohnehin etwa 95 Prozent der Kinder eine Kita. Statt Doppelstrukturen für Kinder mit Förderbedarf neu zu erfinden, sollten die Kitas in ihrem Bildungsauftrag gestärkt werden, waren sich die Sozialdemokraten der Region OWL einig.